Paradoxe Interventionen

Unter einer paradoxen Intervention versteht man in der Regel verschiedene psychotherapeutische Methoden, die in scheinbarem Widerspruch zu therapeutischen Zielen stehen, die aber tatsächlich dazu gedacht sind, diese Ziele zu erreichen.

 

Verschiedene Autoren zählen übereinstimmend folgende Techniken zu den paradoxen Interventionen: 

  • Symptomverschreibung
  • paradoxe Intention
  • Umdeutung

 

Symptomverschreibung

 

Bei der Symptomverschreibung wird das als problematisch verstandene Verhalten gefördert. So kann z. B. die therapeutische Verschreibung in einer Paartherapie, in der sie ihm vorwirft, im Haushalt nichts zu tun, in folgender Anweisung an ihn bestehen: Bis zu unserer nächsten Sitzung unterlassen Sie jede Tätigkeit im Haushalt. Das eigentliche Problem (nämlich der Gedanke, dass er dauernd etwas tun müsse) löst sich dadurch auf.

 

Wenn der Klient es nicht schafft, der Symptomverschreibung nachzukommen und das Symptom willentlich auszuführen, dann erlebt er eine Abschwächung der Symptomatik. Schafft er es, das Symptom willentlich herbeizuführen, führt das zu einer erhöhten Selbstwirksamkeitserwartung. Besonders wirksam kann diese Methode sein, wenn der Kampf gegen das Symptom zu seiner Aufrechterhaltung beigetragen hat.

 

 

Paradoxe Intention

 

Bei der paradoxen Intention ist der Patient aufgefordert, sich in paradoxer Weise genau das herbeizuwünschen, wovor er Angst hat. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, auf diesem Weg ein Durchbrechen der bestehenden sich selbst bestätigenden Teufelskreise der Angst zu erreichen. Die paradoxe Intention ist eine Methode der Logotherapie Viktor Frankls.

 

 

Umdeutung

 

Bei einer Umdeutung (oder engl. Reframing) wird nach Watzlawick die Ersetzung von begrifflichen oder gefühlsmäßigen Hintergrundannahmen, unter denen eine Sachlage erlebt und beurteilt wird, angestrebt. Schlippe und Schweitzer (2003) geben das folgende Beispiel:

  • Klient: Meine Tochter magert immer mehr ab!
  • Therapeut: War das vor oder nach Ihrer Trennung, dass sie sich entschieden hat, nichts mehr zu essen?

Hier erfolgt eine Umdeutung durch den Therapeuten, indem die Anorexie der Tochter als Entscheidung gedeutet wird. Ein bestimmter Subtyp der Umdeutung ist die positive Konnotation. Bei dieser wird ein Symptom positiv umgedeutet.